Winterthur: Wer A-lbani sagt, muss auch B-agels sagen

Mal ganz ehrlich: Winterthur gehört einfach immer noch nicht auf die eidgenössiche Nightlife-Landkarte. Einige Ostschweizer werden sich jetzt gegen diese Aussage wehren, müssen die Tatsache aber insgeheim eingestehen: Wer in der Eulachstadt ausgeht, wohnt selber da oder besucht die Winterthurer Musikfestwochen. Oder das Albanifäscht. Oder die Afro-Pfingsten. Völlig zu Unrecht, weiss, wer sich etwas besser auskennt. Vielleicht gar gewollt, erkennt, wer sich als Aussenstehender in die ehemalige Hochburg der Lokomotiven und Hüftgelenke wagt.

Winterthur

Winterthur - ein Ausflugsziel. (Bild: hochparterre.ch)

Nein, Winterthur (im Volksmund ‘Winti’ genannt) ist nicht erst eine Weltstadt, seit je eine ‘Burger King’ und ein ‘McDonald’s’ Drive Through-Filiale – im Abstand von knapp 100 Metern – eröffnet hat. Die Stadt mit wenig über 100′000 Einwohnern verfügt über internationales Format, und ihre Geschichte endet nur scheinbar im Jahr 1922, bei der ‘Geburtsstunde des modernen Winterthur’ (Quelle: Winterthur Tourismus). Vielleicht liegt es daran, dass man den Ort einfach übersieht, weil  das einzige wirklich markante Gebäude noch immer das Sulzer Hochhaus ist, und alle andern Liegenschaften in unzählige Grünflächen eingebettet sind. Möglicherweise auch daran, dass die ansässigen Mainstream-Kinos (von denen viele Säle mittlerweile geschlossen sind) seit jeher ausschliesslich Deutsch synchronisierte Filme zeigen. Allerdings darf man daraus keinen Mangel an ‘Multi-Kulti’ ableiten. Womit wir beim eigentlichen Thema des Artikels angelangt sind.

A, B, …

Winterthur ist alleine seiner kulinarischen Vielfalt willen ein Abstecher wert. Das ABC der Gaststätten im und ums Stadtzentrum, die es sich zu besuchen lohnt, beginnt mit dem Traditionslokal ‘Albani Music Club’. Es ist hier weniger das Speise-, dafür umso mehr das Livemusik-Angebot, das Aufmerksamkeit erregt und verdient. Zwar ist der einstige Glanz infolge steigender Konkurrenz etwas verblichen, aber die Liste der Acts, die hier gastierten, ist beinahe endlos: Alannah Miles, Ben E. King, Eddie Harris, Fish, Heroes Del Silencio, Pearl Jam, Randy Newman, Sheryl Crow, Vaya Con Dios und viele mehr haben sich die Türklinke gereicht.

Bagels Winterthur

Altstadt-Charme im modernen Kleid

Dann folgt unter ‘B’ ein Schmuckstück der Neuzeit, das ‘BAGELS’ am Oberen Graben 8. Dass auf so wenig Grundfläche gleichzeitig ein Coffeeshop mit Take Away und Boulevard, zwei Lounges und einem Bed&Breakfast mit drei wunderhübschen Zimmern Platz finden, ist einem kleinen Meisterstück gleichzusetzen. Wer allerdings weiss, dass das Initianten- und Inhaber-Duo nebst Christian Huggenberg aus Markus Hodel besteht, erkennt die Zusammenhänge. Letzterer ist nicht nur Besitzer der Liegenschaft, sondern im Quartier aufgewachsen, und er hat unter anderem die traditionellen ‘Winterthurer Musikfestwochen’, den ‘Albani Music Club’ und das Kino und Kulturhaus ‘LOGE’ gegründet. Hier gibts sogenannt ‘gesunden New Yorker Fastfood’, selbstverständlich etliche Bagels-Varianten, frisch gebackenen Kuchen und andere Leckereien.

Places 2 Be – geheim sind diese Tipps höchstens für Aussenstehende

Gerade mal beim Buchstaben ‘B’ angelangt, soll dieser Artikel hier bereits ein Ende finden, um Internet-Lesbarkeits-Gesetzte nicht zu verletzen. Nicht aber ohne noch ein paar weitere Highlights stichwortartig zu erwähnen: ‘Casinotheater’ (Victor Giacobbo’s Bühne mit Restaurant & Event Location); ‘Kafisatz’ (Das Café, wo man sich trifft);

Plan B Bar Lounge Winterthur

Die Plan B Lounge Bar setzt Massstäbe.

‘Plan B’ Lounge Bar (eines der ersten Trend-Projekte im Pionierpark des ehemaligen Sulzerareals); ‘Barnabas’ (East meets West, vorzügliche indisch-orientalische Gerichte); ‘Das Schmale Handtuch’ (Wer nicht da war, hat Winterthur nicht gesehen, und wer dort keinen ‘Rasputin’ getrunken hat, war nicht im Schmalen Handtuch); ‘Bruderhaus’ (Wildpark, der dazu einlädt, neben eingezäunten Wildschweinen Wildschweinwurst zu essen); ‘Eschenberg’ (urchig-gmüetliche Landbeiz mit schönem Garten); ‘Goldenberg’ (Die wohl prächtigste Aussicht, gewissermassen Winterthur’s Uetliberg, geschlossen und saniert bis April 2010); ‘Gotthard 1900′ (Müsste eigentlich Gotthard/24 heissen: Wo sonst gibts 24 Stunden warme Küche!); ‘Schloss Wülflingen’ (Speisen wie die Könige); ‘Sporrer’ (Das beste hausgebraute Bier im schönsten Garten); ‘Strauss’ (Gault Millau Küche von Roland Häusermann); ‘Smiling Fish’ (Die leckere Ente gibts auch nachhause geliefert).

Autor: Peter Stiefel

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1 Kommentar

  1. Vom Rand des Sendegebiets — 3. Januar 2010 @ 18:24

    Herr Stiefel, Sie haben keine Ahnung..jedenfalls nicht von Winterthur…das beweisen Sie mit und ihrem Text gleich mehrfach…