Von Elefanten und Zeitungsheadlines

Liebe Medienschaffende, ich freue mich sehr, dass es hier in der Schweiz den Service von kostenlosen Zeitungen gibt. Wirklich! Man kann sogar sagen, dass ich total depressiv werde, wenn ich am Morgen an der Tramhaltestelle vor einer leeren Box stehe. In meiner Depression leide vor allem an der Zwangskaufvorstellung eines iPads. Ach, ihr steckt doch eh mit Steve Jobs unter einer Decke!

Viele regen sich über Fehler in den Gratis-Zeitungen auf. Mal ehrlich: Wer jetzt nicht gerade Deutschlehrer (oder Deutschlehrerin) ist, kann doch sowieso nicht mehr alles korrekt gemäss der neuen Deutschen Rechtsschreibung verfassen (schreibt mal jetzt hier „Deutsch“ eigentlich klein?). Hauptsache im Satz hat es mindestens ein Verb und man versteht den Sinn.

ABER, liebe Medienschaffende, also die Headlines, die oft eure Zeitung zieren – ich weiss ja nicht. Gibt es denn in der Welt nichts Spannenderes mehr, als irgendein Elefant, der abgehauen ist? War da nicht noch was mit diesem Ereignis mit dem Öl im Meer?

Zürcher Arschlöcher und ihr Hang zur Dramatik.

Im ersten Rauchfrei Artikel, war ich noch guter Dinge. Es ging mir noch prächtig, ich hatte einen Grund zu leben, die Welt drehte sich. Nun ist alles anders. Und hiermit präsentiere ich das Drama:


Akt 1: Als wir am Samstag in der Zukunft eintrafen waren wir noch nüchtern, wie frisch entlassene Anonyme Alkoholiker. Daher kam ich auch nicht im Traum auf die Idee, mir drinnen eine Zigarette anzuzünden. In den zwei Stunden die wir dort verbrachten, gingen wir rund dreimal vor die Tür, um zu rauchen. Nachdem Schauspieler Joel Basman, welcher sich ebenfalls dort die Nacht um die Ohren schlug, rotzfrech nicht auf die Idee kam mich anzugraben, gingen wir einen Schritt weiter ins ReVier.

Akt 2: Langsam zeigte der Alkohol sein wahres Gesicht und als der Kollege meinte „Sicher können wir rauchen, das merkt doch niemand“ und ich feststellen musste, dass sich der Weg zur Tür dank überfülltem Club sehr schwer gestalten würde, liessen Kollegin und ich, uns zur unerlaubten Zigarette verführen.

Akt 3: „Waaas macht ihr daaaa!“ Ein wahnsinnig gutaussehender Typ der zugleich der Geschäftsführer war, schaut uns so an, wie man jemanden anschauen würde, der sich am Paradeplatz zu Lunch Zeiten Heroin spritzt! Oder Oben ohne durchs Grossmünster sprintet!

“Schätzchen übertreib mal nicht.

Hab ich natürlich nicht gesagt. Die Aussage, er hätte uns doch rauchen sehen, haben wir strikt verneint und auf unsere Füsse geschaut wie 6-jährige Mädchen, die gerade im Sandkasten den Rock gelupft haben.

Akt 4:
Da holt der Wahnsinnigguteaussehendetyp doch tatsächlich die Security!  „Habt ihr hier geraucht?“ „Neiiiiin“. Irgendwie fand uns der Kasten sympathisch und so entkamen wir dem Rausschmiss noch ganz knapp, waren aber den restlichen Abend traumatisiert. Als wir uns draussen eine Zigarette anmachten, haben wir diese sogar in den Aschenbecher getan! Ja! Trauma Trauma! Der Wahnsinn.

Akt 5: Auf meinem Nachhauseweg zog ich also nicht das Fazit: „Das Rauchverbot ist Scheisse.“ Und auch nicht „Haltet euch an die neuen Gesetze.“ sondern, wie kann so ein wahnsinnig gutaussehender Typ so ein Arschloch sein?

Must be Zürich.

The Black Eyed Peas. Die Mega-Stars heute Abend in Zürich!

Sie mixen Hip-Hop mit den unterschiedlichsten Stilen und landen damit einen Hit nach dem anderen. Seit 1998 sind The Black Eyed Peas erfolgreich unterwegs und gehen nicht mehr aus den Ohren raus. Sie haben über 27 Millionen Alben verkauft und können sich somit zu den erfolgreicheren Musikern unseres Planeten zählen. Dieses powergeladene Quartett ist im Fernsehen wie im Radio omnipräsent und schleicht sich schneller in unsere Ohren, als uns lieb ist. Mit ihrem aktuellen, fünften Studioalbum „The E. N. D.“ was ausgeschrieben „The Energy never dies“ bedeutet, zeigen sie einmal mehr sehr eindrücklich, dass ihre Energie noch lange nicht am Ende ist. Dies beweisen sie heute Abend live im Zürcher Hallenstadion indem sie ab 20 Uhr die Bühne rocken…

Für alle die, die bereits jetzt das Feeling haben wollen, hier “I gotta feeling” von The Black Eyed Peas.


Stylisches Afterworking und Networking

Wir von usgang.ch brauchen natürlich auch hin- und wieder mal ne Pause. Nach diesem Donnerstag und der Levi’s COLORS OF NOISE-Tour erst recht.
Was könnte da passender sein als die zwölfte Ausgabe des EWZ Selection Awards und der entsprechend famosen Opening Night mit der Vergabe des Swiss Photo Awards?! Abgesehen davon, dass wir 3×2 Gästelistenplätze verlosen , ist der Anlass richtig cool. Einerseits kann man die neusten Jungtalente der Fotografie bewundern, andererseits findet man die perfekte Atmosphäre für stylisches Afterworking und Networking – Szenis inklusive. Wer also einfach nur seine abgefahrenste Garderobe ausführen will und gerne mit Stadtbekannten It-Boys und Girls um die Wette flirten möchte, ist bestimmt genauso wenig
verkehrt wie ernsthaft Fotografiebegeisterte und Medienfreunde.

In diesem Sinn: Prost und bis an der Bar! 3×2 Gästelistenplätze kriegen dank der freundlichen Unterstützung der Bildagentur Sodapix die ersten Mails mit Betreff “EWZ”, Vorname und Nachname an redaktion@usgang.ch. Los gehts übrigens heute Freitagabend um 20.00 im ewz-Unterwerk Selnau, 8001 Zürich.

Rauchverbot fördert Smalltalk: “Und, wie geht’s deiner Potenz so?”

Wir haben es hinter uns, das erste rauchfreie Wochenende in Zürich. Und das nächste steht kurz bevor. War es für die Raucher unter uns wirklich so schrecklich? Und ist es für die Nichtraucher tatsächlich so viel angenehmer? Wir (also ich) haben  Zürichs Clubs gefragt, wie sie die letzten Rauchfreien Tage und die Stimmung ihrer Gäste empfunden haben.


Ein Bier in der einen Hand, die Zigarette in der anderen. Dieses Bild kann man sich schlecht wegdenken, hat es doch unsere nächtlichen Aktivitäten so gezeichnet. Doch nun soll’s so sein: Die Zigarette bleibt seit fast einer Woche vor der dem Clubeingang. Vorteile? Mann kann nun sorgenfrei mit zwei Drinks hantieren! Einige, hauptsächlich grosse Clubs, haben sich jedoch frühzeitig um ein Fumoir bemüht wie auch der Zürcher Club X-Tra. PR-Verantwortlicher Schimun weiss:

“ Wir haben rechtzeitig zwei Fumoirs eingerichtet und mit einem Lüftungssystem ausgestattet. Da unsere rauchenden Gäste damit inhouse genügend Platz zum Rauchen haben, im Fumoir bedient werden und auch Musik geniessen dürfen, waren sie bislang trotz Rauchverbot sehr zufrieden mit der Situation und haben sich weder in Rage gegenseitig umgebracht, noch auffällig oft Schaum vor dem Mund entwickelt.“

Und auch der Nobelclub Saint Germain scheint, nach Aussage von General Manager Jens Krauer, keine grossen Probleme mit der Umstellung gehabt zu haben:

„Wir haben Freitagnacht unseren Gästen das Rauchverbot klar kommuniziert und entsprechend alle Aschenbecher entfernt, sowie das Personal instruiert die Gäste freundlich auf das Verbot hinzuweisen. Wir waren positiv überrascht, das sich die Mehrheit der Gäste freiwillig und selbstständig an das Gesetz hielt. Es gab keinerlei Zwischenfälle jeglicher Art. Während der erlaubten Betriebszeiten können unsere Gäste nun auf der Terrasse mit Blick über das nächtliche Zürich rauchen.“

In der Härterei haben sich trotz fehlendem Fumoir keine grossen, dafür flirtfördernde Vorfälle ereignet, wie It-Boy Alex Ruf berichtet:

„Seit dem Rauchverbot ist bei uns draussen vor dem Club eine regelrechte Flirtecke entstanden, da sieht man drei Ladies mit einem Typen am Smalltalken!  Das Verbot verbindet unsere rauchenden Gäste definitiv. Statt einem Fumoir haben wir vorübergehend noch einen Eingang zu der verbundenen Bar K2 freigegeben. Dort hat’s für 50 bis 70 Leute Platz. Ende Juni dürfen wir dann stolz unsere Dachterrasse präsentieren, welche gerade im Bau ist. Das ist doch viel besser und cooler als so ein stinkiges Fumoir!

Die Clubs scheint’s also nicht gross zu stören. Und Fakt ist auch, wenn wir vor dem Clubeingang qualmen kommen wir viel schneller mit dem anderen Geschlecht ins Gespräch. Und wenn die Potenz dank dem vielen Rauchen noch keinen Schaden getragen hat, wird’s in Zukunft viele Outdoor Zeugungen geben.

Ich jedenfalls als leidenschaftliche Lucky Strike Raucherin und überzeugtes Siebhirn, habe mir diese Woche feuchtfröhlich im Club eine Zigarette in den Mund gesteckt. Kurz bevor ich sie mir anzündete, nahm mich mein bester Freund an der Hand und führte mich im Club XY ins Fumoir. Wä! Wä! DAS IST SO HÄSSLICH. Da kannst du vorher noch so viele Drinks zu dir nehmen! Dieses Erlebnis werde ich wohl nie ganz verdrängen können! Da rauche ich wirklich lieber draussen in der Kälte. Und sowieso, ab nächster Woche ist Sommer, da ist das draussen ganz nett. Und da ich nach dem Motto lebe, ein Problem muss erst gelöst werden wenn es vor der Tür steht, werde ich mir erst zu Winterzeiten überlegen dem Club der Nichtraucher beizutreten. Bis dahin meide ich aber definitiv jedes Fumoir.

PS: Rauchen ist ungesund

Die Busfahrer-Sorority-Schwestern-Gruppen von Zürich.

Tramfahrer und Busfahrer in Zürich leben in einer Traumwelt. Ich weiss nicht genau, was in ihren Köpfen vor sich geht, aber sie sind völlig desillusioniert. Ziemlich sicher bin ich mir, dass sie das Gefühl haben, sie gehören zu der Gruppe der Polizisten & Feuerwehrmännern. Keine Ahnung, woher sie diese Idee nehmen, und ob die da eine kleine Sorority-Schwestern-Gruppen gegründet haben, wo sie sich einmal pro Woche an irgendeiner Endstation treffen, um sich Märchen zu erzählen.

Zum Beispiel wie sie quasi die Welt retteten, als sie für eine alte Dame die Tramtür zwei Sekunde länger als geplant offen hielten, oder wie sie durch exaktes Bügeln ihrer VBZ-Uniform unendlich viel Autorität ausstrahlen. Tramfahrer und Busfahrer sind in der Regel unfreundlich und gemein. Wobei man als Benutzer des öffentliches Verkehrs ein intimeres Verhältnis zu den Busfahrern hat. Dank fehlender Glaswand. Busfahrer sind immer böse. Sie fluchen vor sich hin, wenn man zu spät den anhalte Knopf drückt (sprich 1km vor der Station), dann müssen sie nämlich völlig unerwartet doch noch bremsen. In ihren Ohren hören sie dann den Mission Impossible Soundtrack. Wow. Den Rest ihres Dienstes malen sie sich dann aus, wie sie diese Geschichte ihren VBZ-Sorority-Schwester erzählen können. Wie sie die Geräusche der quietschenden Reifen nachahmen können. So halt. Als das Wasserrohr letztens am Dammweg explodierte, waren sie bestimmt freudig wie kleine Mädchen, die ein Pony streicheln dürfen. Endlich Abenteuer. Wow. Herr Frey und Herr Eglisau haben´s mit eigenen Augen gesehen! Wow! Martin Muster meint, er hätte es ja schon lange gesagt! Sein Bruder (Billetkontrolleur), könne das bestätigen. Einmal Applaus für alle Bus und Tramfahrer.

Dachkantine-Revival

Für viele war die leider längst geschlossene Dachkantine der beste Club, den das Schweizer Nachtleben je erleben durfte.

Nicht zu Unrecht, denn die Dachkantine war nicht nur bezüglich musikalischer Konzeption stilbildend und wegweisend, sondern auch in Sachen Stimmung das unbestrittene Epizentrum urbanen Clubbings hierzulande.

…ganz zu schweigen von der Aussicht auf die Stadt Zürich und die nahen Voralpen, die den Clubbern in den frühen Morgenstunden geboten wurde.

Nun ist ein Film erschienen, der der legendären Location ein Kränzlein windet:

http://www.dachkantinefilm.ch

An Ostern (Zürich, Luzern, Genf) und in der zweiten Hälfte April (Basel) finden die entsprechenden Release-Partys statt:

Donnerstag, 1. April, Cabaret Zürich (www.cabaret.im)
Nôze (FR), Thomas Brinkmann (DE), Styro (CH), Nader (CH, Bild), Alex Dallas (CH)

Freitag, 2. April, Südpol Luzern (www.sudpol.ch)
Nôze (FR), Crowdpleaser (CH), Aulay Fou (CH)

Samstag, 3. April, Electron Festival Genf
Nôze feat. Dachkantine

Basel, 22. und 23. April, Satisfactory
Superterz, Saalschutz